Houston, wir haben ein Problem! - Lösungspunkt und die Kraft der Sprache

Die Apollo 13 ist seit zwei Tagen unterwegs als ein Tank mit flüssigem Sauerstoff
explodiert. Mit Funk meldet sich die Crew bei der NASA-Zentrale in Houston,
Texas:
Apollo 13: „Houston, wir haben ein Problem“.
Houston: “Und wer ist schuld?“


Zugegeben - ganz so hat es sich 1970 nicht zugetragen. Dennoch passiert es in Unternehmen gar nicht zu selten, dass viel Energie und Fleiß in das Finden des oder der Verantwortlichen gesteckt wird. Einem Problem auf den Grund zu gehen, um daraus für die Zukunft zu lernen und es künftig zu vermeiden, ist ideal. Kritisch ist jedoch, wenn wir in der Problemphase stecken bleiben, ohne zur Lösungsphase überzugehen.

Problem – das Wort

Das Wort „Problem“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Vorgelegtes“. Anders ausgedrückt ist es eine zu lösende Aufgabe, die auf Sie oder Ihre Organisation wartet. Das Spannende am Bild, dass Ihnen das Thema vorgelegt ist, ist, dass es bestehen bleibt, solange Sie sich links und rechts am Problem vorbeischummeln. Kommt Ihnen das bekannt vor? Probleme, die Sie oder Ihre Organisation lähmen und früher oder später immer wieder auftauchen?

Lösungspunkte

 Machen Sie es anders!

 1)   Geben Sie dem Kind einen neuen Namen!

Achten Sie darauf, was passiert, wenn Sie bzw. Ihre Organisation ein Problem als Aufgabe oder Herausforderung, als „Task“ oder „To do“ benennt. Tendenziell helfen die Begriffe um vom Passiven betrachten in die Aktivität zu kommen. 

2)   Gehen Sie vom Problemraum in den Lösungsraum!

Viele Organisationen stecken sehr viel Energie in die Problemanalyse. Oft ist das Ziel dabei jedoch einen Schuldigen zu finden und zu benennen.

Zielführender wären folgende Fragestellungen:

  • Was machen wir, um das Problem künftig zu vermeiden?
  • Was haben wir bereits in der Vergangenheit gemacht, das gut funktioniert hat?
  • Was fällt uns noch ein, was wir künftig anders machen können?

3)   Es gibt mitunter nicht das eine Problem und nicht die eine Lösung.

Organisationen sind soziale Konstrukte. Anders als in den Naturwissenschaften ist es bei sozialen Beziehungen so, dass diese nicht linear verlaufen. Organisationen wundern sich daher oft, warum ein Problem weiter besteht, obwohl der Mitarbeiter, der vermeintlich das Problem verursacht hat, das Unternehmen verlassen hat.

Probleme sind oft vielschichtig. Und die passenden Lösungen dazu auch. Eine Supervision kann helfen, um Problemzusammenhänge zu visualisieren und an Lösungen zu arbeiten.

 

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Fazit

Jedes Problem wartet auf eine Lösung. Sowohl für die NASA-Astronauten als auch für Ihre Kunden und Kollegen ist es wenig interessant, wer das Problem verursacht hat. Entscheidend ist einzig und allein, dass wir Lösungen finden. Zeitnah und nachhaltig.

So war auch die erste Reaktion der NASA-Zentrale nach dem Vorfall:
Houston: Ok, stand by, 13. We are looking at it. (Ok, stand by, 13. Wir sehen es uns an.)

Autorin: Monika Kis-Contos, MA

Bildquelle: www.pixabay.com

Weiterführende Literatur:
Schaffer-Suchomel, Joachim, Pletsch-Betancourt, Martina, Entdecke die Macht der Sprache, Was wir wirklich sagen, wenn wir sprechen
Simon, Fritz B.,
Einführung in die systemische Organisationstheorie