Was sein muss, muss sein - Lösungspunkt und die Kraft der Sprache.

Ich muss in die Arbeit. Ich muss noch einkaufen. Ich muss meine Kinder in die Schule bringen. Ich muss meine Steuererklärung machen. Ich muss zum Zahnarzt. 

Kaum ein Wort strapazieren wir so häufig wie das Wort „muss“. Unzählige Sätze, die wir täglich sprechen und denken starten mit „Ich muss …“ oder „Du musst …“. Aber stimmt das wirklich? Müssen wir? Wer sagt, dass wir müssen? 

Das Tückische am Wort ist, dass es uns selbst und unserem Gegenüber suggeriert, dass es keine andere Möglichkeit, keine andere Option zu dem, was wir sagen, gibt. Das bedeutet Druck. Und dieser Druck lastet auf uns.

 

Müssen – das Wort

 „Müssen“ ist ein Hilfszeitwort und drückt einen Zwang aus, etwas zu tun. Dies kann aufgrund unserer inneren Einstellungen der Fall sein, aber auch von gesellschaftlichen Normen herrühren.

 

Lösungspunkte

Bei wenigen Worten in unserem Sprachgebrauch ist es so einfach, wie mit dem Wort „muss“. Lesen Sie selbst: 

1. Lassen Sie das „muss“ einfach weg!

(Statt: Ich muss in die Arbeit fahren. --> Ich fahre in die Arbeit.)
Spüren Sie in sich hinein, was es für Sie und Ihr Umfeld verändert!

2. Nutzen Sie andere Formulierungen! 
z.B. Ich will / Ich darf / Ich habe die Möglichkeit 
(z.B. Ich will in die Arbeit fahren.)

Sie werden nun vielleicht denken – alles schön, aber ich will wirklich nicht in die Arbeit fahren, ich muss. Um Geld zu verdienen, um meine Familie zu ernähren, um meine Schulden zurückzuzahlen, usw.

Verstanden. Gleichzeitig steckt auch hinter diesem „muss“ ein „Ich will“.

Sie wollen Ihre Familie ernähren und Sie wollen die Schulden zurückzahlen. Aus diesem und anderen Gründen arbeiten Sie derzeit bei Ihrem Arbeitgeber. Niemand hat Sie gezwungen dort Ihren Beitrag zu leisten. Es war Ihre eigene Entscheidung. Sie können sich neu entscheiden, weil Sie den Vertrag auch kündigen können.

 

Fazit

Die Einladung ist daher kurz und knackig: Lassen Sie das „muss“ weg, wann immer es Ihnen möglich ist und / oder ersetzen Sie es z.B. mit einem „Ich will“. Beobachten Sie an sich selbst und an Ihrem Umfeld, wieviel leichter manches geht.

  

Autorin: Monika Kis-Contos

Bildquelle: www.pixabay.com

Weiterführende Literatur:

Kühne de Haan, Leila, Ja, aber …, Die heimliche Kraft alltäglicher Worte und wie man durch bewusstes Sprechen selbstbewusster wird

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